Allgemeine Zeckeninformation
Zecken gehören zur Klasse der Spinnentiere. Die meisten Zeckenarten sind Ektoparasiten (befallen den Wirt nur äußerlich) an Wirbeltieren. Zu den Wirten der Zecke zählen Vögel, Säugetiere und Reptilien. Da Zecken nicht allzu wählerisch bei der Wahl ihres Wirtes sind, gehören sie zu den bedeutendsten überträgern von Krankheiten. Die in Mitteleuropa am häufigsten vorkommende Zecke gehört zu den Schildzecken und ist die Ixodes ricinus oder besser bekannt als gemeiner Holzbock.
Entwicklungsstadien der Zecke
Schildzecken entwickeln sich nach dem Schlüpfen stets in drei Phasen weiter: Larve, Nymphe (ca. 1mm groß) und Adulte (ca. 4mm groß). Um von einer Entwicklungstufe zur nächsten zu gelangen müssen Zecken Blut aufnehmen.
Zecken als Krankheitsüberträger
Zecken in der ersten Entwicklungsstufe (Larve) spielen bei der Krankheitsübertragung auf den Menschen kaum ein Rolle. Tiere im Nymphen und Adulte (Erwachsene) Stadium sind hier die Hauptüberträger von Krankheiten. Zecken übertragenen hauptsächlich zwei Krankheiten, die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die die Lyme-Borreliose.
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
| FSME ist eine Viruserkrankung des Zentralnervensystems |
| Die Infektion erfolgt sofort nach dem Stich, da das Virus in der Speicheldrüse sitzt |
| Gegen FSME gibt es eine Schutzimpfung! |
Symptome
| die ersten Symptome treten etwa 7-14 Tage nach dem Zeckenstich auf |
| Leichtes Fieber |
| grippeähnliche Symptome wie, Müdigkeit, Gliederschmerzen, Kopf- und Rückenschmerzen, Katarrh |
| Magen-Darm-Beschwerden |
| Nackensteife |
| Nervenerkrankungen, Lähmungen |
| Hirnhautentzündung, Rückenmarkentzündung |
Die vermutliche Mehrzahl (ca. 60%) der FSME-Infektionen verlaufen ohne die typischen Krankheitssymptome, was bedeutet das nach dem Stich genügend Antikörper gebildet wurden. Bei etwa 30% der FSME infizierten Patienten verläuft die Erkrankung mit oben genannten grippeähnlichen Symptomen von denen zwei Drittel vollständig genesen.
10-20% der Erkrankten erleiden Lähmungen und bleibende Schäden. 2% der Erkrankungsfälle verlaufen tödlich.
Lyme-Borreliose
| die Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung |
| die Infektion ist von der Saugdauer abhängig, da sich die Erreger Darm der Zecke befinden |
| gegen Lyme-Borreliose gibt es keinen Impfschutz |
Symptome
| die ersten Symptome können etwa 2-4 Wochen nach dem Zeckenstich auftreten |
| Hautrötung / Wanderröte (die oft im Zentrum verblasst) |
| grippeähnliche Beschwerden |
| Fieber |
| Kopf- und Nervenschmerzen |
| Sehstörungen, Lähmungen |
| Entzündungen der Knie- und Fußgelenke |
| chronische Hauterkrankungen |
Eine frühzeitig erkannte Borreliose kann mittels Antibiotika behandelt und vielfach vollständig ausgeheilt werden. Die Folgen einer zu spät erkannten Infektion können irreversible ( nicht heilbare) Hautschäden und Lähmungen im Bereich der Gelenke sein.
So gelangt die Zecke an ihren Wirt
Falsch ist:
Zecken lassen sich von Bäumen und Sträuchern auf ihre Opfer fallen.
Richtig ist:
Zecken haben sehr empfindliche Sensoren für Gerüche und Erschütterungen. Sie warten auf Gräsern, Büschen und Sträuchern auf ihren späteren Wirt und werden im vorbeigehen abgestreift. Sitzt das vermeintliche Opfer auf dem Boden kann die Zecke von dort aus direkt nach oben steigen.
Welche Körperstellen bevorzugt die Zecke
Die bevorzugten Stellen an denen Zecken stechen sind : Haaransatz, hinter und in den Ohren, Schultern, Nacken, Achseln, Bauchnabel, Schamgegend und Kniekehle.
Da Zeckenstiche keinen Schmerz verursachen werden sie meist nicht bemerkt. Das Intensive absuchen des Körpers ist auch bei Verwendung von Abwehrmitteln (z.B. Antibrumm) äußerst wichtig. Während Kinder meistens im oberen Körperbereich wie Kopf, Brust oder Nacken von Zecken heimgesucht werden betrifft das bei Erwachsenen eher den unteren Bereich des Körpers, wie Leisten- oder Kniegegend.
So wird eine Zecke entfernt
Wer von einer Zecke gestochen wird tut gut daran sich an einige Regeln zu halten.
| Die Zecke so schnell wie möglich entfernen |
| Die Zecke nicht mit Öl, Klebstoff behandeln |
| Zecke hautnah mit einer Zeckenschlinge, spitzen Pinzette fassen ( nicht quetschen!) |
| Durch geraden und gleichmäßigen Zug die Zecke aus der Haut ziehen |
| Stichstelle gut desinfizieren ( hilft jedoch nicht gegen übertragene krankheiten) |
| Stichstelle in der Folgezeit gut beobachten |
| Bei Auftreten von Beschwerden/Symptomen nach einem Zeckenstich zum Arzt gehen |
| Zeckenstich protokollieren ( Einstichstelle, Datum, erste Beschwerden), sollten gesundheitliche Veränderungen auftreten, können diese anhand des Protokolls eher nachvollzogen und in Verbindung mit einem Zeckenstich gebracht werden! |
Sollte der Stechapparat beim entfernen der Zecke abbrechen und in der Haut verbleiben, so ist das ungefährlich. Es ist etwa vergleichbar mit einem kleinen Holzsplitter.
So schützen Sie sich vor Zecken
Die Empfehlungen gelten insbesondere bei längerem Aufenthalt im Garten oder in der Natur
| hohes Gras, Gebüsch und Unterholz meiden |
| geschlossene Kleidung tragen |
| Socken oder Strümpfe über offene Hosenbeine ziehen |
| Abwehrende Zeckensprays verwenden (beachten: Wirkung lässt nach) |
| Absuchen des Körpers nach Zecken ( gutes Licht und eine Lupe können sehr hilfreich sein da z.B. Nymphen sehr klein (ca. 1mm) und durch die helle Färbung schwer zu erkennen sind) |
| Wer in einem FSME Risikogebiet lebt oder sich oft in der Natur aufhält sollte eine FSME-Schutzimpfung erwägen |
| Zecken auch von befallenen Haustieren entfernen |
Zecken als verirrte ?Gäste? im Haus
Sollten sich Zecken noch auf der Kleidung befinden sterben sie innerhalb weniger Stunden ab. Vorausgesetzt die Kleidung wird trocken gelagert. Lagert die Kleidung jedoch in Räumen mit genügend hoher Luftfeuchtigkeit (Keller) können Zecken lange Zeit überleben.
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