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Der richtige Umgang mit Arzneimitteln

 

Bitte lesen Sie immer den Beipackzettel. Nehmen Sie sich Zeit. Die meisten Hinweise werden auf Sie nicht zutreffen, aber einige schon - UND DIE SIND WICHTIG!

 

Alle Beipackzettel sind nach einem einheitlichen Schema gegliedert.

1.Anwendungsgebiete:
Das ist der Grund, weshalb Sie das Arzneimittel einnehmen wollen oder sollen.

2. Gegenanzeigen:
Grenzt die allgemeinen Anwendungsgebiete ein. Wenn Sie zum Beispiel ein Magengeschwür haben, können Sie dieses Medikament nicht einnehmen, da der Wirkstoff den Magen reizt.
 

2.1.    Schwangerschaft und Stillzeit: das sind Anwendungsbeschränkungen für Schwangere und stillende Mütter

2.2.    Nutzen / Risiko-Abwägung: Mit jedem Arzneimittel können Nebenwirkungen auftreten. Diese können unangenehm sein, aber nicht lebensbedrohlich, wie die Krankheit, die ich mit dem Arzneimittel behandeln möchte.

3. Nebenwirkungen:
alle jemals vorgekommenen Nebenwirkungen müssen hier aufgeführt werden. Heute werden die Nebenwirkungen gegliedert nach Häufigkeit und Schwere.
4.Wechselwirkung:
Manche Arzneimittel können sich auch gegenseitig in ihrer Wirkung behindern, wenn sie zur selben Zeit im Körper kursieren. Wenn Sie die Möglichkeit der Selbstmedikation nutzen, parallel zur ärztlichen Behandlung, sollten Sie sich grundsätzlich beim Kauf der Medikamente bei uns beraten lassen.
Unser Servicetelefon: 0800 367 67 67 Auch Lebens- und Genussmittel können die Wirkung von Arzneimittel einschränken.

5.     Richtiges Einnehmen und Anwenden von Arzneimitteln:
Wie ist das Mittel genau zu nehmen?
 

5.1.    Körperhaltung: Das Einnehmen von Tabletten, Kapseln oder Pillen sollte aufrecht geschehen und immer zusammen mit einem großen Glas Wasser getrunken werden, so dass keine Kapsel in der Speiseröhre liegen bleibt (ganz besonders für bettlägerige Patienten). 

5.2.    Einnahmezeitpunkt: Ob Arzneimittel vor, während oder nach dem Essen eingenommen werden, hat Einfluss auf seine Wirkung. Es gibt eine Faustregel: Die meisten Arzneistoffe, die man durch Schlucken einnimmt, nimmt der Körper schneller auf, wenn der Magen nüchtern, also leer ist und mit viel Wasser, damit die Wirkstoffe schnell zur betroffenen Stelle „schwimmen“ können. Trotzdem nimmt man einige Arzneimittel besser während des Essens oder danach ein. Grund: Der Wirkstoff könnte in vielen Fällen die Magenschleimhaut reizen.  

5.2.1.In folgenden Fällen kommt es nicht auf einen schnellen Wirkungseintritt an: Wenn Sie ein Arzneimittel ständig nehmen. Wenn ein Arzneimittel zusammen mit der Nahrung besser aufgenommen wird.  

5.3.    Anwendungshinweise für spezielle Arzneiformen: 

5.3.1.Beim Schlucken von großen Tabletten oder wenn Schluckbeschwerden vorliegen, können „normale“, d. h. nicht überzogene Tabletten auch in einem Löffel zerdrückt werden.  

5.3.2.Das gilt nicht für nicht überzogene Tabletten (Filmtabletten, Dragees, überzogene Kapseln, sowie alles was die Bezeichnung Retart, Depot und Long führt). Im Zweifelsfall fragen Sie uns unter 0800 367 67 67, ob man Ihre Tabletten zerkleinern darf. 

5.3.3.Brausetabletten sind zum Auflösen im Wasser.  

5.3.4.Lutschtabletten fördert beim Lutschen die erwünschte Speichelproduktion bei Halsschmerzen. (Bei Kindern erst ab dem 4. Lebensjahr verabreichen) 

5.3.5.Buccal- und Sublingualtabletten lässt man in der Wangentasche bzw. unter der Zunge.   

5.3.6.Vaginaltabletten sind zum Einführen in die Scheide gedacht. 

5.3.7.Zerbeißkapseln: die Lösung behält man im Mund, die Kapselreste spuckt man nach einer Weile aus. 

5.3.8.Säfte werden in der Regel unverdünnt eingenommen und löffelweise dosiert. Beachten Sie, dass Löffel aus dem Haushalt unterschiedliche Größen haben kann. 1 Eßlöffel = 15 Milliliter; 1 Kinderlöffel = 10 Milliliter; 1 Teelöffel = 5 Milliliter. Benutzen Sie Dosierungshilfen, wenn Sie dem Arzneimittel beiliegen!  

5.3.9.Bei Tropfen auf gleichbleibende Tropfengröße achten. Halten Sie den Tropfeinsatz wie in der Packungsbeilage beschrieben. 

5.3.10.Pulver und Granulate werden mit einem großen Glas Wasser eingenommen (nicht trocken). 

5.3.11.Treibgaspackungen (zur Inhalation bei Asthmatikern) werden vor dem Gebrauch geschüttelt, da der in Pulver vorliegende Wirkstoff im Treibmittel aufgeschüttelt wird.  

5.3.12.Dosiersprays (Nasensprays, Nitroglycerinspray): Vor dem ersten Benutzen muss man den Sprühkopf zwei-, dreimal betätigen, bis ein gleichmäßiger Sprühnebel austritt. Sprühventil senkrecht halten. 

5.3.13. Benutzen von Nasensprays und Nasentropfen bei akutem Schnupfen: Erst gründlich schnäuzen, Kopf so weit es geht nach hinten neigen und zwei bis drei Tropfen aus der Tropfpipette in jedes Nasenloch geben. Bei Dosiersprays einen Sprühstoß. Bleiben Sie in dieser Haltung bis Sie sprühen, damit der Wirkstoff in den mittleren Nasengang läuft und nicht in den Rachen abfließt. Dann so weit wie möglich nach vorn und unten beugen, damit die Tropfen auch die oberen Nasengänge erreichen. Wiederholen Sie diese Prozedur nicht mehr als dreimal täglich. Verwenden Sie ein und dasselbe Fläschen nur für eine Person. Abschwellende Nasentropfen nicht länger als eine Woche anwenden, sonst wird die Nasenschleimhaut beschädigt. Daueranwender von Nasentropfen können folgende „Entwöhnung“ versuchen: Die halbleere Tropfflasche mit Wasser füllen und weiter verwenden. Ist sie wieder halb leer, wieder nachfüllen und so weiter bis zur Nulldosis.  

5.3.14.   Ohrentropfen sollen nur körperwarm angewendet werden (ins warme Wasser legen). Hinlegen und die Tropfen ins Ohr träufeln. 10 Minuten warten, dann Watte ins Ohr und erst dann wieder aufrichten. Hinweis: Ohrentropfen dürfen nicht bei durchlöchertem Trommelfell angewendet werden.  

5.3.15.   Augentropfen: bitte die Hände waschen. Den Kopf weit nach hinten neigen, mit der freien Hand das Unterlid nach unten ziehen und nicht mehr als zwei Tropfen einträufeln. Augenlider schließen und mit dem Augapfel rollen, um die Flüssigkeit zu verteilen.Nach Anbruchs des Fläschens dürfen Sie die Tropfen nicht länger als 6 Wochen verwenden. Diese Aufbrauchfrist hat nichts mit dem Verfalldatum des ungeöffneten Fläschchens zu tun.  

5.3.16.   Augensalbe: Bringen Sie einen etwa ein Zenitmeter langen Salbenabschnitt in das Unterlid. Manche Salben sind zur Anwendungen Auge oder Nase gemacht (Bepanthen). Eine Salbe, die mit der Nase in Berührung kam, soll nicht mehr am Auge angewendet werden.  

5.3.17.   Nach Anwendung durchblutungsfördernder Einreibemittel, bitte immer sofort die Hände gründlich mit Seife waschen, sonst gelangen Spuren ans Auge oder Nase.

5.3.18.   Zäpfchen werden bei wärme oberhalb Raumtemperatur weich und schmelzen bei Körpertemperatur. Denken Sie also an kühle Lagerung. Zäpfchen sollten erst nach dem Stuhlgang benutzt werden. Zäpfchen, die lokal wirken sollen (Hämorrhoiden) braucht man nicht sehr tief einzuführen. Fieberzäpfchen (wirken auf den ganzen Körper) wirken schneller, wenn man sie etwas tiefer einführt.

6.  Warnhinweise auf Beipackzettel beachten: Verkehrstüchtigkeit, Alkoholgehalt in Arzneimitteln, Verfallsdatum, Aufbewahrung,  

6.1.   Grundregeln zur Aufbewahrung: Alle Arzneimittel sollen kühl und trocken, vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahrt werden. Küche und Bad sind zu feucht als Lagerort. Ein geeigneter Ort für eine Hausapotheke ist wegen moderater Temperatur das Schlafzimmer. Halten Sie die Hausapotheke fern und unerreichbar für Kinder.

 

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